Österreichische Diplomatenpässe

an nicht im offiziellen österreichischen Interesse Tätigen hat Tradition. Es zählt in manchen Fällen zu den in Österreich schon sprichwörtlichen wohlerworbenen Rechten.

Österreichische Handelsdelegierte (heute Wirtschaftsdelegierte) erhielten jedoch im Gegensatz zu Witwen von Diplomaten - erst in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts generell Diplomatenpässe, weil der für Außenwirtschaftsfragen besonders offene seinerzeitige Außenminister Alois Mock einsah, dass dadurch sich der Arbeitsradius und die Kontaktmöglichkeiten für die österreichische Wirtschaft wesentlich verbesserten.

Nach der Pensionierung wurde im Gegensatz zu einem Botschafter der Diplomatenpass von Handelsdelegierten eingezogen und durch einen Dienstpass ersetzt. Bei der Funktionsbezeichnung stand der Zusatz „in Ruhe“. Bei einer Einreise in New York stellte der Beamte nach Prüfung meines Dienstpasses die Frage, in welcher Mission ich einreise. „Private mission“ als Antwort, veranlasste den Beamten zu fragen: mit einem offiziellen Pass? Der Hinweis auf „in Ruhe“, quittierte er mit der Belehrung, ein offizieller Pass gelte für offizielle Reisen! Andere Länder, andere Sitten. Ich durfte schließlich trotzdem einreisen und im Falle der Handelsdelegierten werden selbst die Dienstpässe schon einige Zeit nicht mehr verlängert.

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