Zum 120. Geburtstag des Begründers der modernen Europa Idee Richard Coudenhove-Kalergi
Publiziert von der Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi
Generalsekretär Dr. Heinz Wimpissinger
Univ.Prof Dr. Anita Prettenthaler- Ziegerhofer
Wenngleich sich jedes Jahr als ein
Jahr der Jubiläen anbietet, so ist 2014 mehrfach ein besonderes Jahr: Es steht
vollends im Zeichen der Gedenken zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Dieses
Jahr markiert den Anfangspunkt des „langen Krieges“, der erst 1945, also vor 69
Jahren endete. Während dieser Zeitspanne von 31 Jahren erfolgten viele
Veränderungen, die für die Ausgestaltung der gegenwärtigen Europäischen Union
fundamental waren.
Richard Coudenhove verabscheute den
Ersten Weltkrieg, sah aber darin doch einen „Nutzen“: Durch diesen würden neue
Ideen zum Durchbruch gelangen, dies galt in erster Linie für die Idee
Paneuropa. Die Vision von der Vereinigung europäischer Staaten war nicht neu,
man besann sich ihrer als Europa wieder einem Trümmerhaufen glich – neu
hingegen war aber der Versuch, diese Idee zum Leben zu erwecken. Hier war
Coudenhove bahnbrechend. Unter Zuhilfenahme der damaligen wichtigsten Medien
und als unermüdlicher Networker versuchte er Paneuropa zu realisieren. Beinahe
alles, was wir heute in der EU als selbstverständlich ansehen, hat er schon
damals an- und vorausgedacht. Sein Paneuropa müsste eine Union europäischer
Staaten sein, in der etwa jene Werte verwirklicht werden sollte, die wir in
Art. 2 EUV (Lissabon) verankert wissen: Coudenhove forderte Menschenrechte,
Freiheit, Demokratie genauso für sein Paneuropa wie Nichtdiskriminierung,
Solidarität und die Gleichheit von Mann und Frau. Dieses aufklärerische
Gedankengut wollte er als Einzelperson für Europa umsetzen, wozu wir heute eine
28 köpfige Kommission benötigen!
Coudenhove war ein Seismograf hinsichtlich der
europäischen Frage, verfolgte die europäische Tagespolitik, um daraus immer
wieder und unermüdlich den für ihn einzigen Schluss zu ziehen: die Vereinigung
europäischer Staaten. Er wusste, dass Europa nicht mit einem Schlag errichtet
werden könne, wie es Robert Schuman erklärte, er wusste, dass, wie es Hans von
der Groeben ausdrückte, Europa Zeit braucht. Dennoch war er ungeduldig und
wollte die Dynamik des Integrationsprozesses bis zur Finalität ausreizen. Bis
zu seinem im Jahr 1972 erfolgten Tod plädierte Coudenhove in seiner ihm eigenen
beinahe intransigenten Art für eine politische Union und hatte die Vision von
einer Verfassung für Europa. Letzteres wird wohl noch lange Vision bleiben,
denn über die Finalität des europäischen Integrationsprozesses wird derzeit
geschwiegen und daran wird auch die neue Kommission Juncker, so dynamisch sie
auch ist, wahrscheinlich nichts ändern
Generalsekretär Dr. Heinz Wimpissinger
On the 120th Birthday of the Founder of the
modern Idea of Europe
120e anniversaire de l’inspirateur de l’idée moderne de
l’Europe Richard Coudenhove-Kalergi
Vor 120 Jahren, am 17. November 1894,
erblickte Richard Coudenhove-Kalergi in Tokio das Licht der Welt. Zur Zeit des
Ausbruchs des Ersten Weltkrieges war er 20 Jahre alt, am Ende des „langen
Krieges“ 45 Jahre. Während dieser 25 Jahre gelang es ihm, seinen Namen
untrennbar mit seiner europäischen Vereinigungsidee Paneuropa in Verbindung zu
bringen und sich dadurch unsterblich zu machen.
Comments
Post a Comment