LITURGIE soll Show sein

In der österreichischen Tageszeitung DiePresse steht geschrieben, dass LITURGIE SHOW ist. Diese in drastischer und säkularer Form geäußerte Meinung stellt natürlich nicht Liturgie dar. Liturgie soll nämlich primär volksnahe Darstellung und Brücke zu den Religionsinhalten sein. Jahrhunderte war die katholische Liturgie vom Volk durch Latein und unverständliche Riten getrennt, was Luther schon vor 500 Jahren kritisierte. Seit dem zweiten Vatikanum hat die Volksliturgie unter anderem mit Volksaltar und lokaler Sprache – übrigens eine Konzilsinspiration des Augustiner Chorherren Pius Parsch aus Klosterneuburg – bei den Katholiken eine dominierende Stellung. Showelemente mögen früher wie heute als Mittel zur religiösen Zielerreichung eingesetzt werden. Moderne rhythmische Lieder oder in manchen Kulturen Tanz gehen in diese Richtung. Dagegen wäre es wünschenswert, in der Liturgie formelhafte und im heutigen Sprachverständnis nicht mehr zugängliche Wortwahlen zu eliminieren.

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