BEWÄLTIGUNG KOMMENDER HERAUSFORDERUNG DURCH DIE EU
Heinz Wimpissinger, Generalsekretär der Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi über die Positionierung der österreichischen Europaministerin
Im Rahmen eines Vortrages wurden von der österreichischen Europaministerin Mag. Karoline Edtstadler folgende 7 Forderungen an die europäische Politik gestellt:
1. Rückbesinnung auf die Wirtschaftsmacht Europas
Die Europäische Union als größter globaler Binnenmarkt läuft Gefahr, zunehmend insbesondere
von den USA und China weltweit zurückgedrängt zu werden. Um dem bestehenden Trend einer
Überregulierung entgegen zu wirken, ist ein klares Bekenntnis zum Freihandel erforderlich.
Verbliebene Barrieren im Binnenmarkt wären beschleunigt abzubauen und eine Harmonisierung in
allen Sektoren voranzutreiben. Die Flexibilisierung des europäischen Arbeitsmarktes, die Schaffung
einer europäischen Kapitalmarktunion sowie Budgetdisziplinierungen gemäß den den Maastricht-
Kriterien sind Zukunftserfordernisse, um den hohen Lebensstandard weiter ausbauen zu können.
2. Fokus auf Innovation und Digitalisierung
Der „European Way of Life“ war immer auf sozialem Zusammenhalt und wirtschaftlicher Stärke
aufgebaut. Um dieses Erfolgsrezept der Nachkriegszeit zu erhalten, müssen Forschungs- und
Innovationsstandort und die digitale Infrastruktur gestärkt werden. Dazu sollen auch erleichterte
Zuwanderungsmöglichkeiten von Spitzenköpfen und Facharbeitskräften beitragen.
3. Voranstellen geopolitischer Interessen
Europa muss die eigenen Interessen verteidigen und diese vor Angriffen schützen. Dies gilt im
Besonderen in Bezug auf den unmittelbaren Nachbarn Russland. Die Abhängigkeiten von Russland
und China, besonders auch in Bezug auf Rohstoffe, müssen reduziert werden. Anderseits gilt es um
Vertiefung der Beziehungen zu Ländern und Regionen mit europäischen Werten, wie der Schweiz
und Großbritannien, aber auch überseeischer Partner wie USA und Australien.
4. Annäherung der Westbalkan- und anderer südosteuropäischer Staaten an die EU
Wir müssen die Westbalkan-Erweiterung als geopolitisches Instrument sehen. Ein rasches
Heranführen der Westbalkan-Staaten an die EU ist sowohl eine Frage der Glaubwürdigkeit der EU
als auch der Sicherheit für die EU. Die Verleihung des Kandidatenstatus an die Ukraine und
Moldau sowie die Beitrittsperspektive an Georgien waren wichtige Signale. Es sollte eine
schrittweise Integration dieser Länder in bestimmten Politikbereichen auf dem Weg zur
ollmitgliedschaft erfolgen. Eine EU-Bildungsvorbereitung wäre auch die Einbeziehung in die
Programme Erasmus oder Horizon Europe.
5. Illegale Migration entschlossen beenden
Die Migrationslage in Europa und insbesondere in Österreich ist besorgniserregend. Wir brauchen
eine klare europäische Antwort auf die aktuellen Migrationsprobleme. Es bedarf eines konkreten
Umsetzungsplans auf EU-Ebene, um ein nachhaltiges und gerechtes europäisches Asylsystem
(GEAS) zu schaffen. Neuordnung des Außengrenzschutzes und maßgeschneiderte
Drittstaatenkooperationen sind ein Gebot der Stunde.
6. Rechtsstaatlichkeit in der ganzen EU sicherstellen
Die Konditionalität, die allgemeinen Anforderungen der Rechtsstaatlichkeit, wäre in allen EUVerträgen
sicherzustellen. Es wären proaktive Lösungen bei Verletzung der EU-Grundwerte zu
identifizieren, um festgefahrene Situationen zu bereinigen.
7. Entscheidende und kluge Schritte gegen Klimakrise setzen
Umsetzung des EU-Klimapaketes „fit for 55“ mit dem Ziel bis 2030 die Treibhausgase um
mindestens 55% gegenüber 1990 zu reduzieren, um dann Europa klimaneutral zu machen. Das soll
erreicht werden: durch Diversifizierung von Energiequellen, dem Ausbau erneuerbarer Energien
und Innovationen ohne Denkverbote und unter starker Einbeziehung der Wirtschaft
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